Liebe Leute,

ein Desaster: partiell. Kommunikation: teils verheerend. Und so erklären sich die Ergebnisse bei den Wahlen fast von alleine. National sowieso, kommunal zumindest meistens. 

Was will der Wähler eigentlich? Diese Frage habe ich jetzt in einer  Zeitung gelesen – gestellt von einem eigentlich klugen Redakteur… Ja, was will der Wähler, was wollen die Bürger? Seltsame Frage. Die Antwort ist so leicht wie bekannt: Die Bürger wollen Antworten auf die drängenden Probleme. Sie wollen Antworten für die Zukunft. Lösungen! Sie wollen kein wortreiches Geschwurbel. Sie wollen kein Postengeschacher. Sie wollen ernst genommen und mitgenommen werden. Und bestens ist: wenn das Spitzenpersonal glaubwürdig und authentisch ist und die Persönlichkeit mit Botschaften verbindet, die rational u n d emotional sind. Punkt. 

Wer das gemacht hat? Die Grünen – und die AfD. Bei der AfD funktioniert’s am besten dort, wo sich viele Menschen abgehängt und nicht wahrgenommen fühlen – siehe im Osten. Siehe aber auch ganz lokal. Dazu demnächst an dieser Stelle mehr… 

Problem vor allem im Osten

Die Grünen wiederum: klares Profil, klare Themen, mit einem Spitzenmann (Robert Habeck), der allein mit seinem Auftreten sich wohltuend unterscheidet von vielen anderen, die von sich selbst so geblendet sind, dass sie nicht mehr richtig sehen… Dieses grüne Paket zieht in den Städten, nur selten auf dem Land, aber fast immer bei den Jungen. Mehrheitsfähig sind die Grünen nicht – aber das kann noch werden… 

Die Darbietung der sogenannten „Volksparteien“, die keine mehr sind? Desaster! Aber das hatten wir ja schon… Eine der Ursachen: Personaldebatten, Kursdebatten… DAS spüren die Menschen. DAS führt in Kombination mit fast inhaltsleeren Kampagnen zum Debakel. DAS ist vor allem ein Problem im Osten: Die AfD lebt davon. Die Grünen können es dort nicht auffangen. Punkt. 

Mich selbst befällt vor den Wahlen übrigens fast immer ein gewisses Amüsement: Glaubt denn wirklich jemand, dass man mit einem Tremolo an Mitteilungen – ob digital oder analog – kurz vor dem Urnengang noch etwas retten kann? Hält man die Menschen für so bescheuert, dass man glaubt, die Leute merken das nicht? Glaubt man tatsächlich, dass man so kurz vor der Wahl in den sogenannten sozialen Medien auftauchen und damit Zuspruch finden kann? Noch dazu mit dem falschen Konzept? 

Stimmungen kann man erzeugen. Die Populisten spielen das fast perfekt aus. Bei uns im Westen klappt’s weniger. Aber im Osten. Und in weiten Teilen Europas. Aufwachen! Und verstehen: Nur was berührt, wirkt auch.