Prolog: „Die EU sollte die Geräuschprüfung bei der Typzulassung von Motorrädern und Personenkraftwagen verschärfen. Wir brauchen Lärmgrenzwerte auch für Geschwindigkeiten über 80 Kilometer pro Stunde sowie für alle Motordrehzahlen.“ (Präsidentin des Umweltbundesamts / Quelle: TAZ)


 

Liebe Leute,

zu den Lieblingsthemen von Mercurius zählt der Lärm von Motorrädern – schon immer. Quasi seit Jahr und Tag. Eine ganz besondere Vorfreude hat Mercurius jetzt wieder: Frühling – und bald werden in fast jeder Zeitung die Berichte aus der Druckerpresse schießen wie die Motorräder aus der Garage.

Klagen der Anwohner allenthalben. Genervt vom tief erlittenen Lärmterror. Und es stimmt ja: Wer, etwa an der Nachtigall, auf verschlungenen Wegen ein bisschen wandert, hört statt pfeifenden Vögeln am Wochenende nur dröhnende Maschinen.

Ob Nationalpark oder Naturpark: Da hat’s allenthalben wunderbare Straßen, auf denen es sich prima kurven lässt. Das macht natürlich Spaß.

So ein richtiges Drama wird daraus, weil sich die Thematik des Lärms ziemlich gut mit jener des sogenannten Diesel-Skandals vergleichen lässt: Prüfverfahren, die nichts taugen, jedenfalls die Realität auf der Straße nicht abbilden – und so ein paar eingebaute technische Finessen… Im Fall der Motorradfahrer kommt hinzu: Der Anteil der schwarzen Schafe ist hoch. Man rüstet um – damit hinten am Auspuff etwas herauskommt, das so richtig dröhnt. Und die Polizei: guckt bei Kontrollen meist in die Röhre…

Es ist, um den Vergleich noch einmal aufzunehmen, ähnlich wie in Stuttgart in Sachen Feinstaub: bekannt seit Jahren – ungelöst seit Jahren.

Mercurius hält es deshalb für wahrscheinlich, dass es eine ganz andere Lösung geben wird: Die Menschen werden evakuiert. Denn sie sind einfach im Weg. Warum müssen die Leute dort wohnen? Warum? Eben.

Man siedelt die in Lichtental, Geroldsau, Schmalbach oder Teilen des Reblands lebenden Menschen einfach um. Das wäre auch in Stuttgart möglich: Tal-Kessel räumen, basta. Finanziert wird das Konzept für Stuttgart und Baden-Baden gewiss von der Automobil-Industrie sowie den führenden Motorrrad-Produzenten: „Wir sind zwar nicht verantwortlich für das Schlamassel. Aber nun gut, wir lieben Euch alle. Läuft!“