Liebe Leute,

um wie immer ganz ehrlich zu sein: Als ich vor wenigen Monaten wieder einmal in Berlin war und am späten Nachmittag mit meiner Schwester durch einen Park schlenderte – traute ich meinen Augen kaum. Aber doch: massenhaft Drogendealer – fast durchweg Afrikaner… Polizei? Nicht zu sehen. 

Ich begann ein Gespräch mit meiner Schwester – und fühlte mich bald als Provinznase. Ich erregte mich über einen Zustand im Görlitzer Park, der an der Grenze zwischen Kreuzberg und Treptow liegt, also im Osten Berlins. Dieser Tage ist meine Erinnerung wieder wachgeküsst worden – aber unerquicklich: Der zuständige Parkmanager hat rosafarbene Flächen auf den Wegen durch den Park aufmalen lassen, damit die Dealer wissen, wo sie stehen können… Wieder konnte ich es kaum glauben – und beschloss, mich nun doch mit der Problematik zu beschäftigen. 

Der Streit tobt

Also die Sache ist so: Die rosa Flächen gibt’s. Der Streit darüber tobt. Der Parkmanager darf nicht mehr mit der Presse reden. Und das zuständige Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg wiegelt ab: Alles noch nicht final entschieden.

Nun muss man wissen: Im Jahr 2016 ist ein Konzept für den Görlitzer Park verabschiedet worden. Das Drogenproblem gab’s damals schon. Und nun darf man feststellen: Es ist noch immer da. 

Und ja, Drogengeschäfte laufen überall – mal verdeckt, mal mehr oder weniger offen, auch in Baden-Baden. Und natürlich muss man nur mit offenen Augen durch andere Großstädte laufen, um zu wissen: Berlin ist mit seinem Problem nicht allein. 

In Pulks im Park

Doch selten habe ich irgendwo eine dermaßen hohe Präsenz von Dealern auf offener Flur gesehen – in Pulks an den Zugängen zum Park, mitten im Park, umgeben von Spiel- und Sportplätzen, Kindern und Familien. 

Na klar: Wenn im „Görli“ mehrfach Razzien laufen, wandern die Dealer in einen anderen Park. Nichts als Verdrängung. Und dann?

Tja, nach allem, was ich darüber gelesen habe: Da geht’s nicht um ein paar Krümel für die Haschisch-Pfeife, sondern um das gesamte Drogen-Portfolio –  überwiegend in der Hand von Schwarzafrikanern. Dürften jene arbeiten, so der Parkmanager, würden 90 Prozent sofort aufhören… 

Rosarote Brille…

Da halte ich für eine gute Idee. Geht nicht? Stimmt. Die Gesetze stehen dem im Weg. Schlecht. Deshalb einerseits: Es braucht andere Gesetze. Andererseits: Würde ich mein Leben retten müssen und in ein anderes Land fliehen, würde ich die dort geltenden Gesetze achten.

Und:  Die bei uns geltenden Gesetze sind durchzusetzen. Man hört: Die Polizei in Berlin ist mindestens so schlecht ausgestattet wie die Infrastruktur im Osten Berlins weithin marode ist. Und die Justiz ist heillos überlastet. Und überhaupt ist in Berlin so einiges aus dem Lot.

Mit ein bisschen Rosa ist jedenfalls niemandem geholfen. Mit der rosaroten Brille schon gar nicht.