Es war einmal ein Land, das zu den reichsten der Erde zählte. Eines Tages aber wurden auch die Menschen in diesem wohlhabenden Land von einem kleinen Etwas bedroht. Man nannte es Virus. Sonst wusste man nicht sehr viel. Etwas war aber gewiss: Manche mussten sterben. 

Die Menschen in diesem Land hörten von Menschen in anderen Ländern. Plötzlich starben dort sehr viele Menschen, vor allem ältere und ganz alte. Und dann passierte etwas, was die Menschen nicht mehr kannten. 

Viele, ganz viele Menschen sprachen vom Miteinander. Man müsse gemeinsam handeln und anderen helfen, vor allem den Schwächeren, Kranken und Alten. Und man dachte unentwegt an jene, die diesen Schwächeren, Kranken und Alten beistanden: Es gab Applaus für Menschen, die in Supermärkten an der Kasse saßen oder Müll abholten. Diese Menschen konnten nämlich nicht daheim bleiben. 

Die Menschen aber, die daheim bleiben konnten oder mussten, dachten ganz arg viel nach – über sich selbst und andere. Viele fanden das auch ganz nett. Denn man muss wissen: In diesem Land war zuvor ziemlich viel los. Die meisten Leute mussten ständig auf die Zeit achten, weil sie sich immerfort mit anderen Menschen treffen mussten – oder wollten. 

Nun muss, wenn man von dieser Zeit erzählt, auch berichtet werden: In diesem Land war in den Jahren davor kaum noch darüber geredet worden, wie die Menschen am besten miteinander leben könnten. Denn die meisten Menschen besaßen recht viel oder sehr viel, manche sogar immer mehr und soviel, dass sie gar nicht wussten, was sie damit machen sollten. Die Menschen nannten es Geld. Dieses Geld war in diesem Land zum Wesentlichen geworden. Manche sprachen von einem „System“.

Allerdings: Es gab gar nicht wenige Menschen, die von diesem Geld ziemlich wenig hatten, und Menschen, die sich das Viele gar nicht kaufen konnten. Oft waren das – zum Beispiel – die Menschen, die an der Kasse saßen, den Müll abholten oder den Alten und Kranken beistanden. 

So war das damals. Und wenn davon erzählt wird, dann muss noch berichtet werden: Ziemlich gebildete Menschen – man nannte sie Soziologen und Philosophen – schrieben auf, dass gewisse Dinge anders werden könnten und sollten, zum Beispiel beim Miteinander oder in der Wirtschaft oder im Umgang mit der Natur. Das gefiel vielen Menschen, die daheim nachdachten. 

Wenig später wusste man über dieses kleine Etwas etwas mehr. Dem Land war es zudem mit Glück und Können gelungen, dieses kleine Etwas nicht zu etwas ganz furchtbar Großem werden zu lassen. Und plötzlich gab es ganz viel Streit in diesem Land.

Ziemlich gleichzeitig wurde wieder ganz arg viel über das geredet, was die Menschen Geld nannten. Das kann man heute beim Rückblick auf diese Zeit verstehen. Denn viele Menschen hatten Angst, gar kein Geld mehr zu haben. 

Doch dann hörten die meisten Menschen auch wieder auf, wenigstens ein bisschen anders zu denken. Und sie dachten auch nicht mehr darüber nach, dass zumindest manches anders werden könnte. 

So blieb alles, wie es zuvor war.