Baden-Baden (ohje) – Fawzia Al-Hassawi, kuwaitische Eigentümerin des Neuen Schlosses, hat das millionenschwere Angebot der Stadt Baden-Baden jetzt angenommen. Für den Verkauf des Schlossparks bekommt sie 15 Millionen Euro von der Stadt Baden-Baden.

„I’m not stupid“, soll die Tochter des Gründers der Hassawi-Gruppe gesagt haben. Zuvor hat ein Beratungsbüro noch versucht, in Baden-Baden andere Lösungen zu finden (Tatsache!). Darüber haben sämtliche Zeitungen berichtet (Tatsache!). Fawzia Al-Hassawi hatte das Schloss für knapp drei Millionen Euro gekauft (Tatsache!). Weil das Vorhaben nicht vorankam, bot die Verwaltung schon vor einigen Wochen an, den Schlosspark für 15 Millionen Euro zu kaufen – um die Finanzierungslücke für das Schlosshotel zu schließen (Tatsache! Tatsache! Tatsache…). Das hat jetzt geklappt: Hassawi will 140 Zimmer (nur) im Neuen Schloss schaffen (Tatsache!).

Hassawi rechnete ihren Managern vor: „Ich bekomme das Fünffache für das Grünzeug nebenan, wo ich ohnehin nie herumhocke, und bleibe Eigentümerin des Schlosses.“ Sie fügte hinzu: „As in the wonderland.“

Haste nix, biste nix

Al-Hassawi geht davon aus, dass das Geld noch vor Weihnachten in ihrer „cashbox“ auf Curacao liegen wird. Danach will sie sich mit Hochdruck (Kärcher Intensiv II) dem Vorhaben widmen. Die Pläne (siehe Grafik unten) liegen Mercurius exklusiv vor:

– Vermarktung unter dem Label „Haste-nix-biste-nix-low-budget-boutique-hotels-and-resorts“

– Das passt, denn: Die Gemächer der ehemaligen Bediensteten des Markgrafen sind vor allem unter dem Dach „very, very small“. Dort werden nur Kinder bis zu einer Größe von 1,35 Meter untergebracht.

– Gemeinschaftserlebnis de luxe: Die Eltern schlafen in den Gruppenräumen im Blauen und Roten Salon.

– Exklusiv für gestresste Manager: Tipis im Zeltdorf.

– Neubau Rathaus III im Schlosspark („Margrets House“). Denn: Verwaltung platzt aus allen Nähten. Daneben, aber kleiner: (Bürgermeister) „Uhligs House“ für Bürgerempfänge.

Markgraf: Trotzdem nach Salem

Nach diesem Durchbruch will sich die Stadt Baden-Baden nun verstärkt finanziell engagieren: Investoren, die prächtige Vorhaben nicht mehr umsetzen wollen oder können, erhalten einen Förderzuschuss. Näheres regelt eine Satzung. Dazu passt der Aufruf der OB: „Wer Interesse hat, kann sich gleich bei mir persönlich melden oder wählt die 115.“ Und Uhlig: „Bei mir aber auch, gell!“

Und was sagt der Vorbesitzer des Schlosses, Chef des Hauses Baden, dazu? Maximilian Andreas Markgraf von Baden: „Hätte unsere Familie das damals gewusst, hätten wir unser Grünzeug auch an die Stadt verkauft. Wären aber trotzdem nach Salem.“

Das Denkmalamt prüft nun, ob im Schloss tatsächlich 140 Zimmer möglich sind (Tatsache!). Realsatire? Tatsache.

(Vorsicht: Satire!)