Liebe Leute,

in dieser Woche ausnahmsweise mal etwas Privates. Der Grund: eine Pechsträhne. Um jene zu beenden, könnte ich Schokolade essen, mich mit meinem Unterbewusstsein beschäftigen oder ein Dankbarkeitstagebuch führen. Das aber kostet mich zu viel Kraft. Vielleicht geht’s auch so. Also:

Am Freitag, man schrieb den 10. August, begann ich damit, mich einem Berg von Natursteinen zu widmen. Die Steine hatte ich im Zuge der Sanierung der Kulturscheune eilig auf dem Grundstück nebenan hingeworfen. Zwischenzeitlich allerdings sah man die Steine nicht mehr: überwuchert – unter anderem von mannshohen Brennnesseln… 

Also holte ich den Rasenmäher. Jener tat keinen Mucks. Ich konnte das Problem lokalisieren: Verlängerungskabel defekt. Also ab zum Baumarkt. Tatsächlich begann der Rasenmäher nach Erwerb eines neuen Kabels seinen Dienst zu verrichten – doch nur kurz. Warum? Ich sah plötzlich das Schneidmesser auf dem Boden liegen.

Also suchte ich in der Gartenhütte einen passenden Schraubenschlüssel… Nicht einfach, das. Zudem stieß ich beim Heraustreten meinen Kopf so heftig am Brett des Dachabschlusses, dass ich drohte zu verbluten…

Nach eine gewissen Pause zur mentalen Erholung führte ich den Mäher ins Dickicht, um allerdings zu bemerken, dass er für diesen Wildwuchs nicht geschaffen ist. Flugs erinnerte ich mich an die Sense meines Großvaters in der anderen, etwas größeren Gartenhütte. Kurz vor dem Aufschließen stieß ich mich wieder am schon erwähnten Brett und fragte mich, ob ich wohl ein selbiges vor dem Kopf habe… (Hat jemand etwas zu sagen?). 

Schon leicht verzweifelt, begann ich mit überaus galanten Drehbewegungen aus Rumpf und Armen, das Grünzeug zu mähen. Gelernt ist gelernt – Großvater sei dank. Doch nach ungefähr einer Minute brach das Sensenblatt… Ich fluchte vehement, machte mich vom Acker und holte eine Gartenschere. Schließlich galt es, zu den Natursteinen vorzudringen. Das gelang im Schweiße des Angesichts. In ausufernder Vorfreude holte ich den Schubkarren. Ich bemerkte schnell: platt. Das Aufpumpen half nur temporär – so in etwa bis zur jeweils dritten Fuhre. Bis, ja bis mich ein blödes Viech in den Seitenkopf biss. Schmerz…

Dann beschloss ich, der Sache sofort ein Ende zu bereiten.  Die anderen Natursteine unter der Haustreppe ließ ich unberührt. Denn ich fürchtete mich vor dem Fortbestand der Pechsträhne – und fürchtete mithin um die Standfestigkeit des Hauses…

Ich gehe davon aus, dass ich die Unglücksabfolge mit diesem Schriftstück zu einem glücklichen Ende bringe. Falls nicht – und Ihr nichts mehr von mir hört oder lest: Es war schön mit Euch!