Liebe Leute,

nachdem Berlin kürzlich einen neuen Feiertag (am Internationalen Frauentag) eingeführt hat, macht’s jetzt auch Thüringen: Kinder werden fortan am Weltkindertag (20. September) mit einem arbeitsfreien Feiertag in den Fokus gerückt. Also Feierbiester irgendwie … 

Als ich diese Nachricht im Radio hörte, nahm ich mir sofort vor, darüber eine Satire zu schreiben. Allerdings ist mir noch viel schneller klargeworden: Ich würde die Hälfte meiner Leser verlieren – also alle Leserinnen…  

Tatsächlich wollte ich den bayerischen Ministerpräsidenten, der noch ein richtiges Mannsbild ist oder sein will, mit diesen Worten aus der Kabinettssitzung zitieren: „Also so ein Schmarrn… Wenn die Ossis sonst keine Probleme haben. Es ist doch bekannt: Die Frau stammt aus der Rippe des… Und deshalb hängt bei uns auch überall ein Kreuz.“ Doch noch ehe der O-Ton geschrieben war, fürchtete ich erneut den Komplett-Verlust aller Leserinnen. Zudem: Der Ministerpräsident hat Thüringen (Kinder) mit Berlin (Frauen) verwechselt. Kann passieren. 

Dann versuchte ich, mich der Sache intellektuell zu nähern. Meine (männliche) Person, also ich, der sich mit einer ziemlich feministisch geprägten Mutter auseinanderzusetzen hatte, weiß nämlich: Der Muttertag ist gar nie nicht wichtig – aber wehe, Mann kommt nicht mit einem Blumenstrauß vorbei… Spätestens hier, so dachte ich, steigt die Hälfte der Leserinnen aus. Also schlecht…

Dann kam ich auf die Idee, im Sinne der Gleichberechtigung einen Männertag vorzuschlagen. Nach Feiertagen für Frauen und Kinder erschien mir das folgerichtig. Also habe ich in Berlin im Heimatministerium (Zusammenhalt!) bei Seehofer angerufen. Weil ich wusste, dass der Mann immer für Schlagzeilen gut ist, habe ich das auch so seinem Pressesprecher gesagt… – und siehe da, es hat geklappt. Seehofer ließ mitteilen: „Ich sage klipp und klar: Mit mir sind diese Frauen-Feiertage nicht zu machen. Kinder… – von mir aus. Aber für Frauen muss es eine Obergrenze geben. Andernfalls werde ich die Grenzen schließen. Und notfalls trete ich von meinem Amt zurück.“ 

Beim Nachdenken (ich kann das!) dachte ich: Oh, jesses. Dann fiel mir auf: Seehofer hat (wieder…) glatt das Thema verfehlt. Statt sich mit Inbrunst und Verve für die Männer ins Zeug zu legen, will er einen rückwärts gewandten Kampf führen. Und man/frau weiß ja, wie das ausgeht…

Deshalb habe ich nach einer durchwachten Nacht beschlossen, selbst einen Männer-Feiertag auszurufen: Als Zeichen der Anerkennung für ihren wertvollen Einsatz für die Gesellschaft und überhaupt und sowieso ganz fundamental. Denn diesen Bedeutungsverlust in der öffentlichen Wahrnehmung und Wertschätzung – nicht nur im Feuilleton der großen Blätter… Himmel noch mal, das muss man als Mann auch erst einmal verdauen. 

Dann aber habe ich gemerkt: Das klingt zu wehleidig. In etwa so, als sei Mann grippal geplagt und stünde mithin kurz vor dem Ableben… Deshalb habe ich beschlossen: Fritsch, lass’ das mit der Satire. Geht sowieso schief. Schreib’ einfach auf, was Du denkst. 

Ok: Ich halte solche Feiertage für Humbug.