Berlin (ohja) – Die wahren Gründe für das Scheitern der Jamaika-Sondierungen sind bisher verschwiegen worden. Mercurius liegt nun das geheime Protokoll vor:

Demnach ist FDP-Chef Christian Lindner am Freitag vor dem Platzen verspätet zur schon tagenden Runde gestoßen. Er trug völlig abgewaschene Worker-Jeans mit Löchern in Kniehöhe, einen lapprigen Pullover aus dem Discounter sowie Jesus-Latschen mit Socken. Die Runde verstummte – und Lindner hob zu einer Erklärung an: „Für die FDP ist klar: Wir sind für die Benachteiligten da. Die Besserverdienenden und Reichen können für sich selbst sorgen. Wir haben verstanden und werden künftig SDP, also Soziale Demokratische Partei, heißen. Die SPD ist ja auch nicht mehr das, was sie mal war. Da sehen wir unsere Aufgabe.“

Kanzlerin Angela Merkel (CDU), ganz Mutti, bemerkte eine erste Träne in Lindners Augen und sagte: „Chris, meinst Du das ernst? Und wie siehst Du eigentlich aus?“ Daraufhin brachen bei Lindner alle Dämme – und er verließ die Sondierungen.

Am fraglichen Sonntag dann – es war kurz nach 22 Uhr – erschien Lindner im schon beschriebenen Outfit, allerdings mit Fünf-Tage-Bart, und schrie in die Runde: „Erst das Land, dann die Partei!“ Damit war allen klar, selbst Horst Seehofer (CSU): Das ist das Ende. Aus.

Und Lindner ging hinaus

In diesem Augenblick ergriff die Kanzlerin, die zuvor kaum aufgefallen war, das Heft des Handelns, nahm daraus ein Blatt Papier, schrieb ein paar Sätze auf, ließ das Dokument formatieren und ausdrucken und drückte es Lindner in die Hand: „Ich bin Mutti. Jetzt mach’, was ich Dir sage: Du ziehst Dir jetzt den Anzug an, den ich in Deiner Garderobe gebügelt habe. Und dann gehst Du raus zu den Journalisten und sagst ihnen, was da auf dem Zettel draufsteht. Verstanden?“

Erst jetzt ist also klar, warum Lindner so ganz spontan eine vorbereitete Presseerklärung in der Hand hielt – und immer wieder kurz darauf blicken musste, um sich nicht zu verhaspeln.

(Vorsicht: Satire!)