Liebe Leute,

ich habe jetzt die Faxen dicke: Ich will hier raus! Meinem Partner, mit dem ich seit vielen Jahren gewissermaßen Haus und Hof teile, habe ich jetzt drei Briefe geschickt. 

Ein klein bisschen muss ich ausholen, damit Ihr mich verstehen könnt. Denn es ist mir schon ziemlich wichtig, dass Ihr mich liebt. 

Also, die Sache ist so: Ich war mal ziemlich bedeutend in der Welt. Glanz und Gloria hatten bei mir ein Zuhause. Mein Einfluss war groß – und mein Ruf durchaus gut. 

Dann habe ich meinen heutigen Partner immer näher kennengelernt. Wir kamen eigentlich recht gut miteinander aus. Zumal: Ich hatte ein paar Vorrechte bekommen. Das ging auch eine zeitlang gut.

Doch seit ein paar Jahren murrte ein Teil meiner Mitarbeiter – vor allem die älteren und jene auf dem Land. Die einen störte, dass fremde Leute kamen und auch arbeiteten – meistens in nicht so gut bezahlten Jobs. Wieder andere sehnten sich nach der guten alten Zeit. Mittlerweile müssen wir ja ständig reden, reden, reden… Schlimm. 

Jedenfalls habe ich meine Mitarbeiter abstimmen lassen. Es ging knapp aus – wegen der älteren und jenen, die auf dem Land leben: Raus! Endlich weg! By the way, ja, ich habe zwischendurch auch geschwindelt und meinen Partner ziemlich madig gemacht. Und ich habe den Leuten so lange gesagt, dass uns eine glorreiche Zukunft bevorsteht, bis sie es geglaubt haben.

Dann habe auch ich bemerkt, dass das gar nicht so einfach ist.

Mein Partner redete aber trotzdem immer wieder mit mir. Ziemlich geduldig. Und tatsächlich haben wir uns kürzlich verständigt: Er will’s zwar nicht – aber endlich, endlich kann ich raus. Und meine Leute mit mir. Und deshalb finde ich es ziemlich bescheuert, dass ein ohnehin überflüssiges Gremium mir erneut Knüppel zwischen die Beine wirft: Sie wollen nicht, wie ich will. Oh, my god! It’s a shit. 

Nun also zu den Briefen: Ich hatte meinen Partner wegen des Widerstands des überflüssigen Gremiums um Aufschub gebeten. Doch unterschrieben habe ich den Brief nicht. No. Never! Who I am! Dann habe ich einen weiteren Brief geschrieben, den ich diesmal auch unterschrieben habe. Darin steht, dass ich das, was ich im ersten Brief geschrieben habe, ablehne. Yes! I’m a strong man! Mein Partner war etwas verwirrt. Deshalb habe ich meinem Prokuristen gesagt, er soll den Vorgang erklären: Ich habe den ersten Brief nämlich nur geschrieben, weil ich es musste… 

Ich weiß jetzt auch nicht wirklich, wie es weitergeht. Hauptsache, ich steh’ bei meinen Mitarbeitern nicht da wie der letzte Trottel. God save the Queen – und vor allem mich!

(Vorsicht Satire!)