Baden-Baden (ohja) – Neue touristische Attraktion und zugleich Lösung des Verkehrsproblems: Kaum ist der Leopoldsplatz asphaltiert, weisen gelbe Kreise und Ziffern in die Zukunft.

In Baden-Baden leben mindestens zwei Generationen, die nur Angela Merkel als Kanzlerin kennen und sich mithin nicht vorstellen können, dass sich das jemals ändert. So verhält es sich auch mit dem Leo. Die steinerne Mitte Baden-Badens ist seit dem Bau des Michaelstunnels und der (nicht gelungenen) Sperrung des Leos für den Verkehr eine Dauerbaustelle (Tatsache!). Erst kurz vor Weihnachten des Jahres 2017 nach Christi Geburt ist es gelungen, die Baumaschinen (vorübergehend!) abzuziehen und den Platz zu asphaltieren (Tatsache!). Bravo!

Seither fragen sich indes die Passanten, was es mit den gelben Kennzeichnungen auf sich hat. Diese Frage ist sehr berechtigt. Denn man weiß ja nie, was noch passiert… 

Und tatsächlich: zurück zu den Wurzeln! Auf diese Idee ist ein kluger Verwaltungsmensch nach einem Besuch im Stadtmuseum gekommen. Dort entdeckte er ein Foto (siehe bitte unten). Es zeigt einen französischen Soldaten nach dem Zweiten Weltkrieg. Für die Jüngeren und Jungen unter uns: Ja, auch bei uns gab’s mal Krieg.

Jedenfalls ist der Soldat bei einer höchst schwierigen Aufgabe zu sehen: Er lenkt, ja regelt den Verkehr – in geradezu graziler Haltung und stilistisch einwandfrei. Für die Jüngeren und Jungen unter uns: Über den Leo rauschte ehedem der gesamte Durchgangsverkehr. Das ist heute anders – aber nur ein bisschen…

Denn Einheimische nutzen den Leo gerne als Abkürzung (Tatsache!). Fremde wiederum verirren sich und suchen eine der drei möglichen Ausfahrten – die vierte ist mit Poller (meist) versperrt (Tatsache). Und sämtliche Busse – immerhin mehr als 600 täglich – fahren über den Leo und oft auch zu schnell (Tatsache!). Das ist gefährlich, weil sich doch tatsächlich aus vollkommen unerklärlichen Gründen auch immer wieder Fußgänger dort aufhalten (Tatsache!).

Nun hat man sich an zweierlei erinnert: Wir sind Kurstadt! Wir haben ein Verkehrsproblem! Deshalb hat die Verwaltung jetzt die Initiative an sich gerissen: Noch in dieser Woche werden Holz-Podeste gezimmert und weiß angemalt. Für die Verkehrsregelung werden Freiwillige gesucht: gutes Aussehen, keine Rückenprobleme, Freude am Tragen einer antiken Uniform, ständiges Lächeln. Aufwandsentschädigung garantiert.

Nach der Implantierung dieser auch touristisch ansprechenden neuen Attraktion sollen weitere Eckpfeiler für die Verkehrsberuhigung erarbeitet werden – auch für die Fußgängerzone. Daran war zwar schon der ehemalige Bürgermeister Jörg Zwosta vor gefühlt 1000 Jahren gescheitert – aber man weiß ja nie…

Bewerbungen bitte an: pressestelle@baden-baden.de

(Vorsicht: Satire!)