Baden-Baden (ohje) – Nach dem Neuen Schloss hat das Landesdenkmalamt nun eine weitere Nuss zu knacken: Das Babo in Oos soll deutlich niedriger werden und als Boutique-Hotel mit dem Namen „Petit Babo“ den Markt erobern.

Die Verärgerung des türkischen Eigentümers Hüseyin Aydogan über die Stadtverwaltung und seinen Makler ist noch immer groß (Tatsache!). „Mir hat niemand gesagt, dass das Babo so viele Stockwerke hat. Wenn ich das gewusst hätte…“, sagte Aydogan jetzt bei einem Pressegespräch – den Tränen nahe.

Wie von den örtlichen Zeitungen unlängst berichtet, hatte sich Aydogan darüber beklagt, im Vorfeld des Kaufs im Jahr 2014 vom Makler nicht umfänglich informiert worden zu sein (Tatsache!). Zudem beklagte er, dass die Stadtverwaltung zwar der kuwaitischen Eigentümerin des Neuen Schlosses ein 15-Millionen-Euro-Angebot gemacht hatte – ihm aber nicht (Tatsache!). „Dabei ist doch das Babo viel höher als das Schloss“, zeigte er sich erzürnt.

„Süper lüks appartement“

Aydogan, der das Babo im Jahr 2014 gekauft hatte und ursprünglich schon im Jahr 2016 ein Hotel eröffnen wollte (Tatsache!), ist mittlerweile nüchtern, äh, ernüchtert. Denn: Die ursprünglichen Kosten für die Sanierung der insgesamt elf Geschosse des Bâtiment Administratif Baden Oos (Babo) waren auf 20 Millionen Euro beziffert worden (Tatsache!). Er wollte die Kosten auf rund zehn Millionen Euro drücken (Tatsache!). Unter anderem sollten türkische Fachkräfte die benötigten Teile in der Heimat produzieren (Tatsache!). Doch diese Rechnung ging nicht auf (Tatsache!). Zumal: Es lagen noch nicht einmal statische Unterlagen vor (Tatsache!). Die im Rheingraben immerwährende Erdbebengefahr sorgte nun für den Todesstoß.

Makler: „Mein Geld habe ich“

Deshalb hat Aydogan jetzt die Verkleinerung des Babo beantragt: Maßstab ist die Umgebungsbebauung – mithin vier Geschosse. „Süper hotel“, so Aydogan. Er kündigt „lüks bir sürü“ (viel Luxus) für „süper zengin“ (Superreiche) an – und das mitten in „Ös“ (Oos). Die Besonderheit ist der alte, gleichwohl gut erhaltene, riesige Tresor der französischen Streitkräfte im Erdgeschoss (Tatsache!): Dieses „süper lüks appartement“ wird ausschließlich an Finanzminister und Bankvorstände vermietet. Gratis angeboten werden „gevşeme egzersizleri“ (Entspannungsübungen) sowie „beklenmedik bir anda gelen para“ (Geldregen von der Decke).

Unterdessen hat sich auch der Makler, der im Gemeinderat sitzt, aber nicht genannt werden will, bei Mercurius gemeldet. Er weist die Kritik Aydogans zurück: „Mein Geld habe ich. Wie kann man denn so blöd sein, so ein altes Wrack zu kaufen. Ein Hotel rechnet sich ja sowieso nicht. Das habe ich bei meinen anderen Verkäufen gelernt.“ Die anderen Verkäufe: Bühlerhöhe, Neues Schloss. (Tatsache!)

(Vorsicht: Satire!)