Liebe Leute,

das Klima… Ich weiß, auch nur ein falsches Wort und ich habe ein paar FB-Freunde weniger. Aber es folgen „falsche“ Worte, ja sogar Sätze.

Nehmen wir einen Dorfbewohner hier auf der Insel Maio: Er hat ein paar Tiere und ein bisschen Land fürs Nötigste. Fischen tut der Nachbar. So vergeht Jahr’ um Jahr’. Auf der Nachbarinsel war er noch nie – zu teuer. Sein ökologischer Fußabdruck ist minimal. Lebten alle Menschen so wie er – es gäbe keinen Klimawandel in dieser Form. 

Aber, ganz großes Aber: So wie unser Dorfbewohner will kaum noch jemand leben. Die jungen Leute wissen meist sehr genau, wie „man“ in Europa oder den USA lebt – und das wollen sie. Gerne hier auf den Kapverden, wenn das möglich ist.

Ich jedenfalls glaube nicht daran, dass auf den Kapverden oder auf dem afrikanischen Kontinent oder in China oder Südamerika oder sonst wo die Menschen verzichten – sie wollen aufholen, sie wollen besser leben. Und sie wollen Autos, Kühlschränke, Laptops etc.pp. … Und dieser Prozess hat längst begonnen. Das dürfen oder sollen sie nicht? 

Überhebliche Haltungen

Als irrwitzig und überheblich empfinde ich denn auch so manche Haltung, die sich breit macht. Dagegen führe ich nur ein Beispiel an: Nimm’ den Kapverden den Flugverkehr und den Tourismus – dann sind die Inseln erledigt! Natürlich: Synthetische Kraftstoffe müssen kommen. Und sie werden kommen. Bis dahin: Flüge kompensieren zugunsten von Klimaschutzprojekten – und Steuervergünstigungen kappen. 

Wir müssen unseren Lebensstil ändern? Hm, das sagen gerne jene, die alles haben. Dennoch steckt Wahrheit drin. Und die Leugner? Sie wollen nicht sehen. Doch Sünder sind wir alle – weil wir auf Kosten von anderen leben. Der Dorfbewohner auf Maio nicht…

Weichen endlich stellen

Der einzelne Mensch kann im Kleinen das ein oder andere verändern. Doch im Großen gilt es, die Weichen konsequent richtig zu stellen und damit dem einzelnen Menschen ein auch ökologisch „richtiges“ und gutes Leben zu ermöglichen: Der Energiesektor und der Verkehr sind in Deutschland die größten Brocken. Doch die Energiewende stottert. Und der ÖPNV ist – nun, wer nicht in der Stadt lebt oder andernorts arbeitet, hat Pech… 

Gerade dieses Beispiel zeigt: Es ist völlig sinnfrei, den Menschen ein schlechtes Gewissen zu machen. Denn die Strukturen u n d Infrastrukturen sind nicht so, dass man ohne Sünde leben könnte. Deshalb muss man diese Strukturen ändern. Das ist Aufgabe der Politik: Rahmen setzen und lenken!  Diese Transformation wird dauern – aber sie kann einem Hochtechnologie-Land durchaus gelingen. Und damit als Beispiel dienen – in Afrika und anderswo. Keine Perspektive? Doch. 

Äthiopien macht’s vor

Ein Beispiel wider die zu beobachtende Lust an der Apokalypse: In Äthiopien (!) wurden an einem Tag (!) Anfang August 350 Millionen Bäume (!) gepflanzt. Nachmachen! Handeln! Bringt ungeheuer viel.