Liebe Leute, heute mal etwas Ernstes, etwas Ärgerliches. Also ich ärgere mich darüber, wie wir allzu häufig und ganz aktuell auf rechtsextreme Dumpfbacken reagieren. Und deshalb erlaube ich mir, auf einen Beitrag bei Spiegel online (Link unten) hinzuweisen – viel klüger geht es nicht.

Und deshalb zwei Fragen: Müssen wir denn ständig darauf hinweisen, dass wir Humanisten, dass wir Demokraten sind? Müssen wir ständig auf menschenverachtende Posts reagieren und klarmachen, dass uns die Achtung der Menschenwürde eine Verpflichtung ist? Nein, müssen wir nicht – es sind Selbstverständlichkeiten. Und jene, die es anders sehen, erreichen wir nicht.

Die AfD hat (auch) den ganz Rechten sowohl Raum als auch Stimme gegeben. Unter vielen Biedermännern finden sich viele verbale Brandstifter. Sie sprechen (öffentlich) aus, was sich ehedem niemand (aus gutem Grund) öffentlich getraute. Und Biedermänner und Brandstifter haben mit gezielten Überschreitungen von (bisherigen) Grenzen ein (vorhandenes) Publikum erreicht – leider unfreiwillig assistiert von jenen, die (durchaus mit ehrenwerten Zielen) auf Propaganda und oft ganz gezielte Provokation reagieren. Und damit das üble Geschäft der Brandstifter befördern.  Studien haben längst erwiesen: Wir sorgen mit unseren Reaktionen auf rechtsextremen Mist nur für einen noch größeren Misthaufen. Wir verstärken deren publizistischen Erfolg. Ein Stück aus Frankensteins Lehrbuch…

Man verringert ein Problem nicht, indem man den Teufel füttert.

Wir sollten klug und klüger sein. Denn man weiß: Mindestens einem Fünftel der Deutschen wird in wissenschaftlichen Studien ein ganzes Bündel an Überzeugungen, die man gemeinhin als „rechts“ bezeichnet, attestiert – es reicht von Antisemitismus über Nationalismus bis zu handfester Systemkritik an der Demokratie. Und zudem: Liberalität, Globalisierung und alles, was wir unter Weltoffenheit verstehen, ist vielen ein Graus – sie fühlen anders, sind anders, leben in ihrer eigenen Welt mit jenen, die denken und fühlen wie sie selbst. Sie sind kommunikativ kaum zu erreichen. Da wartet eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe – die im Elternhaus beginnt und in Kindergarten und Schule und im Alltag gelebt werden muss.

Und, zuletzt: Nicht jeder, der Korrekturen in der Flüchtlings- und Asylpolitik will, ist ein rechtsextremer Sack. Denn es gibt Handlungsbedarf. Darüber in Ruhe unter Demokraten zu reden – auch das ist angezeigt. Oder wollen wir nicht sehen und wahrhaben, was nicht sein darf?


Und hier der Beitrag von Spiegel Online:

http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/netzdg-bei-twitter-und-co-provozieren-wie-die-profis-a-1185923.html