Baden-Baden (ohje) – Die Welle der Patzer, Pannen und Pleiten rund um den Leopoldsplatz reißt nicht ab: Seit heute morgen (Samstag) fahren die Busse wieder über den Leo. Neue Varianten sind indessen im Gespräch: Bobbele, Brummer, Oase.

Wie so ungefähr 254 Mal berichtet, hatte sich der Gemeinderat für die Betonierung des Platzes mit tonnenschweren Quadern in verschiedenen Graustufen entschieden (Tatsache!). Grund: Über den Leo fahren täglich mehr als 600 Busse (Tatsache!). Das hat bisher kein Untergrund ausgehalten (Tatsache!). Zwischenzeitlich kam es zu erheblichem Kuddelmuddel (Verdacht auf Preisabsprachen, erhebliche Verteuerung, zweite Ausschreibung…) – Tatsache! Und die CDU-Fraktion stellte einen Antrag zur Zukunft der Mobilität – dabei geht es auch um den Öffentlichen Personennahverkehr und mögliche Veränderungen (Tatsache!). Ferner erschienen in der Tagespresse auch Leserbriefe: Warum, so fragten ganz gemeine, sprich normale Menschen, denkt man nicht über neue Linienführungen nach? Dann könnte man den Leo auch mit Natursteinen pflastern (Tatsache!).

Brummer, Bobbele, Oase

Wie Mercurius erfahren hat, setzte sich diese Sicht der Dinge in einer nichtöffentlichen Sitzung durch. OB Margret Mergen etwa sagte kopfschüttelnd: „Dass uns das nicht gleich eingefallen ist. Tz, tz, tz….“ Dieser Geistesblitz durchfuhr die Glieder sämtlicher Gemeinderäte(-innen)… – und mündete in einen Beschluss: „Ein externes und unabhängiges Institut wird mit der Überplanung und Neuordnung der Buslinien beauftragt. Ziel ist die Anbindung des Leopoldsplatzes mit elektrischen Kleinbussen. Geeignete Umsteigemöglichkeiten werden am Augusta- und Hindenburgplatz geschaffen. Schnellbusse fahren durch den Michaelstunnel zum Augustaplatz. Für Busse aus dem Murgtal muss eine Lösung geschaffen werden.“

Bis die Gesamtlösung auf dem Tisch liegt, sollen nunmehr verschiedene Varianten getestet werden. So hieß es von den FBB (Freie Bürger für Baden-Baden): „Als Alphatiere sind wir für Asphalt.“ Von den Grünen ist zu hören: „Wir wollen für die Busse feine Spuren im Sand, garniert von einer Blumenwiese.“ Die größte Fraktion im Gemeinderat (CDU) pocht aus politischen Gründen auf schwarzen Natursteinen. Die Varianten heißen „Brummer“ (große Natursteine), „Bobbele (kleine) sowie „Oase“ (Sand). Für Beton, wie beschlossen, ist zum Glück niemand mehr.

Um die Bürger zu gewinnen, setzt die Verwaltung auf ein Marketingkonzept wie beim Welterbe. Tenor der Kampagne: „La le lu, der Leo, der bist Du.“

(Vorsicht: Satire!)