Liebe Leute,

heute habe ich mal eine ganz private Frage: Kann das weg? Muss das weg?

Also ich meine diesen Hirsch da auf dem Foto – dieser grüne Hirsch…

Die Sache ist nämlich (dämlich?) so: Ein wirklich lieber und guter Freund hat dieser Tage zur Sprühdose gegriffen. Das merkte ich erst, als es in dem Büro, in dem wir immer wieder zusammen sitzen, unzweifelhaft nach Farbe roch und ich sodann einen profanen Karton mit Spuren von grüner Farbe erblickte… Auf meine Frage, was es damit so auf sich habe, berichtete er von der farblichen Umgestaltung eines Hirschs… Ich war, um es einmal vorsichtig auszudrücken, sprachlos. Das kommt hin und wieder vor – aber selten.

Gegen Mittag präsentierte mein Freund den grünen Hirsch – auf dem Stehtisch, wo wir ab und zu einen Espresso zu uns nehmen. Aha, dachte ich: welch’ Pracht… – ein grüner Hirsch. Zuerst vermutete ich, der Freund leistet einen Beitrag zum Stadtmarketing in Sachen „The good-good life“. Denn die Ähnlichkeiten sind ja auffällig… (aua)

Zum Sprechen kam ich aber nicht, denn mein Freund erläuterte das weitere Prozedere: Das grüne Tier werde nun in der Wohnung ganz in der Nähe eines zuvor erworbenen Kunstwerks (gemalt von einer Freundin) postiert. Nun müsst Ihr wissen: Das Gemälde erinnert stark an den Stil von Gerhard Richter – dazu also der grüne Paarhufer…

Also es ist gewiss nicht so, dass ich an meinem Freund zweifle. Echte Freundschaft hält auch einen grün angesprühten Hirsch aus. Es gibt ja auch Menschen, die mögen ihre Wohnung gerne rosafarben oder lila oder blau… Und natürlich gibt es Menschen, die hören gerne die Kastelruther Spatzen oder Roberto Blanco oder so.

Nur, bei meinem Freund handelt es sich um einen sehr gebildeten, zudem von Herzenswärme und Seelenverwandtschaft geprägten Menschen, dem ich – sagen wir es mal so – nie im Leben einen grünen und glänzenden Hirsch zugetraut hätte. Also Ihr seht: Der Hirsch lässt mich nicht los…

Deshalb nochmal die Frage: Kann das weg? Muss das weg? Oder soll es, ähm, soll er bleiben?

Danke für Eure Antworten.

In Sorge

Euer Patrick