Baden-Baden (ohja) – Das Rebland sagt sich von Baden-Baden los. Nach dem Brexit auf der Insel kommt jetzt der Rexit in der Kurstadt. Auch andere Stadtteile wollen folgen – so etwa Sandweier (Sexit…).

Auf die Abspaltung hat sich die Jamaika-Koalition aus CDU, Grünen und FDP im noch amtierenden Rebland-Ortschaftsrat verständigt.

Und, anders als im Fall der Briten: Gegen den Austritt gibt es vonseiten der Zentralregierung in Baden-Baden keinen Widerstand. Denn: Die Distanz ist längst zu groß geworden.

„Wir wollen endlich frei sein“, sagte Ortsvorsteher Ulrich Hildner gegenüber Mercurius. Die einst gehegte Hoffnung, durch die Bildung der Verwaltungsgemeinschaft Rebland (Steinbach, Varnhalt, Neuweier) mehr Gewicht und Gehör „drübbe in Bade“ zu finden, hat sich zerschlagen. Mehr noch: Zuletzt mussten CDU und Grüne immer wieder die Zentralverwaltung in Baden-Baden blockieren – siehe Neuplanung Kindergarten, siehe Verkaufspläne Alte Schule, siehe Tourismus-Konzept, siehe Wein-Marketing (Tatsache!). 

Vor allem letzteres brachte das (Wein-)Fass zum Überlaufen: „Sie (Hinweis der Redaktion: damit sind die OB und alle anderen gemeint) meinen doch tatsächlich, dass sie fremdländische Weine aus Italien und Frankreich und sogar aus der Pfalz im Kurhaus und Kongresshaus ausschenken müssen. Da vergärt mir ja das Schorle“, sagte (Noch-)Stadtrat Klaus Bloedt-Werner (CDU), der als Bürgermeister in der künftigen „Meister-Erwin-Stadt“ (zu Ehren von Baumeister Erwin von Steinbach, berühmtester Sohn Steinbachs) kandidieren wird.

Sein Stellvertreter soll Günter Seifermann (Grüne), ein Stimmenkönig im Rebland, werden. Wegen der rötlichen Farbe will das ehemalige SPD-Mitglied sämtliche Spätburgunder-Reben entfernen lassen und die Bio-Zertifizierung aller Weißweine verordnen. „Wir verfüllen damit eine Marktlücke. Und was wir nicht verkaufen können, trinken wir selber“, betonte Seifermann.

Auf Anfrage von Mercurius hat OB Margret Mergen, (noch) zuständig für das Rebland, bestätigt: „Ich bin froh, wenn diese Landeier bald weg sind. In Baden-Baden ist es ja schon schwierig genug, aber überm Fremersberg drüben… Dieses ständige Gemaule…“

Die Loslösung wird zum 1. Januar 2019 wirksam. Die Winzergenossenschaft lädt am Vorabend zu Freiwein ein. Die neue Freilichtbühne Hohenacker wird zum künftigen Rebland-Festspielhaus. Im Stollen in Neuweier wird endlich ein Vinarium eine Heimat finden.

Auch andernorts gibt es massive Abspaltungstendenzen: Ziemlich weit ist man schon in Sandweier (Sexit). Doch es werden wohl auch Haueneberstein (Hexit), Oos, Lichtental, Geroldsau und die Weststadt folgen…

(Vorsicht: Satire!)