Baden-Baden (ohja) – Das ist nun wirklich mal ein Knaller: Fawzia Al-Hassawi, Eigentümerin des Neuen Schlosses, hat ihr Gerüst jetzt am Alten (!) Schloss aufbauen lassen.

OB Margret Mergen und Alexander Uhlig, für alle Bausachen zuständiger Bürgermeister, sagten unisono gegenüber Mercurius: „Wir waren auch überrascht von der Eile. Aber was will man machen?“ Zu den vorliegenden Plänen für ein Low-Budget-Hotel in der ehemaligen Burg Hohenbaden, vor dem Umzug ins Neue Schloss ehedem Stammsitz des Markgrafen, wollten sie sich nicht äußern.

Die öffentliche Zurückhaltung ist indessen verständlich: Kritiker sagen schon lange, dass das Gebaren von Fawzia Al-Hassawi dem eines Händlers auf einem orientalischen Basar ähnelt. Nach dem Kauf im Jahr 2003, mithin vor 15 (!!!) Jahren, stockten die Planungen immer wieder – oder wurden plötzlich geändert.

Zuletzt hatte Al-Hassawi erneut Druck ausgeübt: Sämtliche Hotelzimmer sowie Küche und Wellness-Center sollen im alten Gemäuer des Neuen Schlosses einen Platz finden (Tatsache!). Die Denkmalschutzbehörde soll nun prüfen, ob das überhaupt möglich ist (Tatsache!). Dafür allerdings müsste das ehrenwerte Gemäuer ziemlich umgekrempelt werden – ein Gedanke, der bei jedem Denkmalschützer mindestens Schwindel auslöst (Tatsache!). Es dürfte also noch dauern…

Deshalb widmet sich die Dame aus dem Morgenland nun entschlossen und mit Verve dem Alten Schloss. Das ist ein Ergebnis von Gesprächen mit einem Tochterunternehmen des Landes: Die Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg als Verwalterin der landeseigenen Monumente hat die kuwaitische Eigentümerin gefragt, ob sie nicht vielleicht lieber das Alte Schloss… „Yes, i can“, lautete natürlich die Antwort.

Das Gerüst, das ehedem mehr als fünf (!!!) Jahre das Neue Schloss geziert hatte (Tatsache!), ist nach der Zwischenlagerung im Rathaus-Keller nunmehr beim Alten Schloss aufgebaut worden. Dort geht es zunächst um die Sicherung der historischen Mauern. Danach soll die Unterburg, die in den Jahren 1372 bis 1431 entstand, ausgebaut werden – zu einer repräsentativen Lounge wie weiland unter Markgraf Jakob I (1431 – 1453) mit Speis (Saubrät) und Trank (Naseweis-Met und Fuselfix). Die Verköstigung übernimmt das kürzlich neu eröffnete Schloss-Restaurant Fidelitas – dann klappt wenigstens etwas…

In den dunklen Verliesen unter der Lounge sind Strohlager nach alter Väter (und Mütter) Sitte vorgesehen. Dort sollen unter Aufsicht der Stadtverwaltung auch jene nächtigen, die immer wieder widersprechen. Deshalb ist ein großer Anbau geplant…

(Vorsicht: Satire!)