Baden-Baden (ohja) – Gegen das Chaos: Vorbilder sind Italien und China – aber auch das örtliche Finanzamt. Nach massiven Klagen von Bürgern und kritischen Leserbriefen in der örtlichen Zeitung (Tatsache!) über Fremdparker zeigt sich die Verwaltung jetzt innovativ.

Es ist nicht so, dass man es nicht wüsste: Vor allem in der Weststadt, aber auch in der Innenstadt sorgt die Suche nach einem (kosten-)freien Parkplatz für Bluthochdruck und verspätete Arbeitsaufnahme (Tatsache!). Anwohner sind genervt wegen zugeparkten Zufahrten und verstopften Straßen (Tatsache!). Jetzt will die Verwaltung handeln. Der Gemeinderat hat einem Sofort-Programm für mehr Parkraum zugestimmt – mit drei bahnbrechenden Elementen: 

1: Fortan werden auf allen Parkflächen die weißen Kennzeichnungen für die Stellplätze entfernt. Beispielhaft sei das Finanzamt (siehe Foto). Es werden Parknummern vergeben: Wer zuerst kommt, fährt zuletzt weg. „Das ist gerecht“, sagte Bürgermeister Alexander Uhlig.

2: Baden-Baden folgt dem Beispiel italienischer Städte wie Turin und Mailand. Uhlig: „Was dort funktioniert, klappt doch auch bei uns.“ Will heißen: Schon ab 1. Januar 2018 darf man in der zweiten oder dritten Reihe und auf breiten Straßen sogar auf dem Mittelstreifen parken.

3: Baden-Baden folgt China: „Was China bei der Geburtenkontrolle kann, machen wir jetzt nach – nur eben bei Autos“, so Uhlig, der sich damit erneut als innovativster Kopf der Verwaltung entpuppt: Die Ein-Auto-Politik gilt ebenfalls ab Januar 2018 für jedes Paar, das zusammen in einer Wohnung lebt – allerdings (anders als in China) auch für unverheiratete Paare.

Die Krönung des neues Konzepts zur Lösung des Parkproblems: Jeden Monat verlost die Rathausspitze einen ihrer kostenfreien Parkplätze im Rathausinnenhof – als Zeichen der Solidarität. Gemeinderäte, die bisher ebenfalls kostenfrei, aber verbotswidrig auf dem Marktplatz geparkt haben, müssen sich künftig zu Fuß zu den Sitzungen hinauf quälen. Die Rathausspitze erhofft sich davon mehr Spritzigkeit in den Debatten.

Tatsächlich denkt die Verwaltung jetzt auch über Anwohnerparken nach (Tatsache!). Doch wo parken dann die täglich mehr als 20 000 Einpendler? Tatsache!

(Vorsicht: Satire!)