Liebe Leute,

falls Ihr manchmal das Gefühl habt, dass Ihr nicht so recht auf einen grünen Zweig kommt – dann zählt ihr nicht zu den richtig Vermögenden. Das kommt vor… Die Bundesbank – nicht gerade ein Hort klassenkämpferischer Ideen – hat just kurz vor Ostern eine Studie veröffentlicht: Vermögen ist sehr ungleich verteilt. Ungerecht?

Schauen wir doch mal kurz in die Studie hinein. Ein paar Ergebnisse: 

Den reichsten zehn Prozent der deutschen Haushalte (jene haben mindestens etwas mehr als eine halbe Million Euro) gehören 55 Prozent des gesamten Vermögens.

Aber: Die Hälfte der Haushalte besitzt gerade einmal 3 Prozent des Vermögens… In Worten: drei!

Bleiben die restlichen 40 Prozent der Haushalte – sie teilen sich rund 40 Prozent des Vermögens. Das ist die sogenannte Mittelschicht, die im Übrigen in Deutschland so richtig kräftig besteuert wird (wie kaum irgendwo sonst).

Immobilien und Aktien sorgen für Vermögen

Krass – oder? Das Vermögen der wirklich Vermögenden ist übrigens deutlich gestiegen. Woran das liegt? Ihnen gehören Immobilien und Aktien. Aktien sind – anders als in europäischen Ländern wie etwa Estland – in Deutschland zumindest bei jenen, die nicht zu den Vermögenden zählen, ziemlich unbeliebt. 

Immobilienbesitz dagegen nicht – wenn man es sich leisten kann. Und das ist in Deutschland ein echtes Problem: Der Anteil der Haus- oder Wohnungseigentümer ist mit 44 Prozent im europäischen Vergleich sehr niedrig. Die Spanier bringen’s auf 80 Prozent, die Italiener auf 70.

Deutsche zählen zu den Ärmsten

Interessant – wenn auch nicht verwunderlich – ist zudem: Die Ostdeutschen haben deutlich weniger Vermögen als die Westdeutschen (nur rund ein Viertel). Ebenfalls interessant, aber richtig verwunderlich: Die Deutschen zählen in Europa zu den Ärmsten… Ein Witz? Falsch? Nein. 

Darüber gibt der Medianwert – der Mittelwert in Statistiken – Auskunft: Der Medianwert des geldwerten Vermögens von Erwachsenen lag im Jahr 2017 bei (umgerechnet) 47000 Dollar. Mehr als das Doppelte haben Italiener und Franzosen. Selbst die Griechen haben (etwas) mehr. Und nur die Portugiesen sind unter den alten EU-Ländern noch „ärmer“ als die Deutschen… (Daten-Quelle: Global Wealth Report / Credit Suisse Research Institute).

Da läuft etwas falsch

Und damit zurück zum Gefühl: Wenn Ihr nicht so recht auf den grünen Zweig kommt… Ihr seid nicht allein! Wenn Ihr ferner das Gefühl habt, die Ungleichheit habe zugenommen – ja, stimmt, fast überall in den westlichen Gesellschaften ist das so. Und wenn Ihr glaubt, dass da etwas falsch läuft – nun, also widersprechen will und kann ich nicht…