Die Rationalen: Der Mond ist aufgegangen.

Die Verschwörungstheoretiker: Es gibt keinen Mond.

Die Kritiker: Aufgegangen? Das muss man erst einmal beweisen.

Die Zweifler: Der Mond? Wie will man das wissen?

Die Alleswisser: Das habe ich gestern schon vorhergesagt.

Die Besserwisser: Das ist ja nun wirklich nicht neu. Ich wusste das von Anfang an.

Die Ehrlichen: Das stimmt – und wir wissen, dass wir viel mehr nicht wissen.

Die Hobby-Epidemiologen: Erst Hände waschen, dann in der Nase popeln. Danach Verlauf auf der Achse X im Vergleich mit Y analysieren.

Die Emotionalen: Ich glaube niemandem mehr.

Die Optimisten: Das wird morgen auch so sein. Danke!

Die Pessimisten: Morgen geht der Mond nicht mehr auf. Schlimm!

Die Dramatisierer: Der Mond geht schneller auf als gestern. 

Die Vereinfacher: Es hilft nur der gesunde Menschenverstand!

Die Relativierer: Richtig, aber der Mond geht auch wieder unter.

Die Erschöpften: Ich ziehe mich zurück.

Die Romantiker: Ich will nur noch etwas Schönes!

Die Geistheiler: Hör’ auf Dein Herz – oder ruf’ mich an! Jetzt!

Die Linksideologen: Die kapitalistische Sicht des Weltenlaufs muss korrigiert werden. Marx forever.

Die ganz Rechten: Nichts als linksgrün-versiffter Weltenlauf – weg damit. 

Die Kommentatoren auf AfD-Seiten: Wie schreibt man Mohnt richtig – mit t oder ohne?

(Ähnlichkeiten mit der Debatte über Corona sind nicht zufällig)

Anmerkung: „Übertreibt die Satire? Die Satire muss übertreiben und ist ihrem tiefsten Wesen nach ungerecht. Sie bläst die Wahrheit auf, damit sie deutlicher wird, und sie kann gar nicht anders arbeiten als nach dem Bibelwort: Es leiden die Gerechten mit den Ungerechten.“ (Kurt Tucholsky)